Neues aus der Klinikseelsorge

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Was Deiner Seele GUT tut

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FRAUEN TRAUERN ANDERS – MÄNNER AUCH

HELGA SCHMIDTKE – INITIATORIN VOM STERNENKINDERZENTRUM ODENWALD E.V.

In der Regel hat insbesondere der Mann auch keine Zeit zum Trauern, da er direkt wieder in den Job geht / gehen muss. Auf der anderen Seite, auch wenn auch grobschnittig gezeichnet, so Schmidtke, ist es der wichtige Beitrag des Mannes, um für die Familie zu sorgen. Das ist, so Helga Schmidtke, auch gerade seine Wertschätzung für die Frau auszudrücken – es ist nicht, wie ihr vielfach in der Arbeit mit Frauen begegnet, die ängstliche Vermutung, er würde sie jetzt nicht mehr lieben und wegrennen, im Gegenteil – es ist, so Schmidtke, ein Liebesbeweis.

„Sexualität in der Trauerarbeit ist ein Riesenthema“. Natürlich kann und will Schmidtke nicht pauschalisieren, aber: „Männer machen ganz viel Trauerarbeit über die Sexualität, weil sie sich einfach nur so spüren können.“ Wenn Männer Trauer nicht spüren können, gehen sie, so Schmidtke über die Sexualität in die Trauerarbeit. In der Kommunikation mit den Frauen kommt es aber in diesem Moment zur größten Irritation: „Wir haben gerade unser Baby tot geboren und wie kann der jetzt an Sexualität denken…“ – Er denkt jetzt an nichts anderes. Schmidtke versteht das noch als eine viel tiefere, intensivere Kommunikation der Männer – und wahrscheinlich, so ihre Vermutung, können das die Frauen in diesem Moment gar nicht zulassen. In ihren Trauergruppen thematisiert sie das darum deutlich. Denn auf der anderen Seite, so ihre Erfahrung, ist ein Aspekt der Wahrnehmung bei den Frauen: Am Ende der lebensbejahenden Sexualität kommt ein totes Kind. Und in diese Situation will ich als Frau nicht mehr kommen… Hier mache ich „Prophylaxe“ und lasse erst mal keine Nähe zu. Das wiederum irritiert in der Kommunikation die Männer. Mehr noch, auch ich als Mann habe dazu beigetragen… was gleichzeitig noch mehr Abstand bedeutet. Daraus folgert Schmidtke: Auch Männer brauchen Begleitung – und das keinesfalls (!) von Frauen. Sie fordert mehr Männer in der Trauerarbeit und in der Unterstützung von Männern im Trauerprozess. In ihrem Sternenkinderzentrum ist monatlich ein Angebot von einem Mann nur für Männer – „und in dieser Zeit ist da frauenfreie Zone“. Letztlich ist das für Schmidtke ein Beitrag zum besseren Verständnis zwischen den Geschlechtern.

Sternenkind – ohne Papa – Das kann viele Gründe haben, im Folgenden werden einige aufgezählt. Ein Teil, so ihre Erfahrung geht auch, weil sie schlichtweg von der Situation überfordert sind, es gibt aber auch Beziehungen, die gingen in der Schwangerschaft in die Brüche und jetzt, nach der stillen Geburt, kommt es wieder zu einer Annäherung, die für beide Partner Schwerstarbeit bedeuten. In der Regel ist der Focus nur auf den Müttern, aber zu Recht fragt Schmidtke, dass es da ja neben den Eltern möglicherweise noch viel mehr Beteiligte gibt, die sich auf das Kind gefreut haben. – Großeltern, Geschwister, Paten – auch sie sollten das Kind kennenlernen, um es verabschieden zu können.

 

© Stefanhund.com – 2018

https://www.stefanhund.com

 

Kontakt:

Helga Schmidtke,

www.die-sternenkinderbestatterin.de

(Foto: Privat)


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Über diesen Podcast

Eine Klinik ist ein Ort, an dem Menschen sich kaum freiwillig aufhalten. Viele haben einen geplanten Termin. Andere kommen als Notfall, bisweilen nach Alarmfahrt im Rettungswagen oder gar auf dem Luftweg mit dem Rettungshubschrauber eingeflogen. Dort angekommen, kümmern sich Ärzte und Pflegedienste bestmöglich um sie.

Ein Leiden „bringt“ sie dort hin. Wenn sie aber im Hospital sind, liegen sie, die meiste Zeit auf sich gestellt, in ihrem Krankenzimmer. Je nach Einschränkung oder auch (vermuteter) Diagnose und persönlicher Disposition treiben Schmerzen, die Stille und das Alleingelassensein mit ihnen Spielchen. Den begleitenden Angehörigen geht es bisweilen anders, aber nicht unbedingt besser.

Wer im Krankenhaus liegt, trifft in dieser Zeit den wichtigsten Menschen in seinem Leben: sich selbst. Bei diesem Treffen ist er auf seine „Bordmittel“ angewiesen, auf das was er in diesem Moment bei sich hat. Seine (Glaubens-)Überzeugungen, seine Wahrnehmung der Realität, sein Netzwerk und seine Hoffnungen. Dabei wird manchem auch schmerzlich bewusst, dass ein Klinikaufenthalt auch ein Wendepunkt und im ärgsten Fall auch ein Schlusspunkt im Leben sein kann.

Seit 2015 arbeite ich als evangelischer Pfarrer (in Teilzeit) in der Klinikseelsorge an einer hessischen Großklinik. Bei meinen arbeitstäglichen Patientengesprächen ist mir aufgefallen, dass viele Menschen, und gerade jene, mit denen ich lange und intensive Gespräche geführt habe, Podcasthörer sind.

Als Pfarrer habe ich alle 10 Jahre die Möglichkeit, für drei Monate mich anstatt dem Alltäglichen auf ein besonderes Projekt im Rahmen meiner Tätigkeit zu fokussieren. Das gab mir die Gelegenheit Podcasting von der Pike auf zu lernen und Wirklichkeit werden zu lassen - auch gegen alle Skepsis, die mir entgegen schlug.

Und doch erhielt ich auch Unterstützung durch das Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZSB-EKHN), das Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt und hier besonders durch Kantor Stefan Mann, der die Musik komponierte und einspielte.

Seit Oktober 2017 berichte ich aus der fiktiven „Hessen-Klinik“. Erzähle, verfremdet, von meinen Begegnungen - oder ich lade Interview-Gäste zu Themen ein, die mir in dieser Arbeit begegnen.

Das Thema „Klinikseelsorge“ klingt nicht wirklich sexy. Aber 2.100 Downloads ist ein Wort. Dahinter stehen viele Hörer, denen dieser Podcast weitergeholfen hat. Im Sinne von A. de Saint-Exupery habe ich sie mir vertraut gemacht. So entschied ich, dieses Angebot weiterhin verlässlich jeden zweiten Sonntag weiter anzubieten. Interessanterweise gibt es thematisch viele Berührungspunkte mit meiner freiberuflichen Tätigkeit als Schweige-Coach für Führungskräfte.

Zeitlich und finanziell sponsere ich seit Januar 2018 die jeweiligen Folgen aktuell mit meinem Coaching-Büro https://www.stefanhund.com.

Wenn Sie eine Anregung haben, lassen Sie es mich bitte über podcast-klinikseelsorge()stefanhund.com wissen.

Das Impressum auch zu diesem Podcast finden Sie hier: https://www.stefanhund.com/impressum
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von und mit Stefan Hund

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