Neues aus der Klinikseelsorge

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Was Deiner Seele GUT tut

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HELGA SCHMIDTKE, STERNENKINDZENTRUM ODENWALD

Teil 1von 4:

WER IST HELGA SCHMIDTKE, DIE FRAU HINTER DIESEM WICHTIGEN PROJEKT?

Helga Schmidtke, Initiatorin und Leiterin des Sternenkinderzentrums an der hessischen Bergstraße.

Die 45-jährige ist vom Grundberuf Krankenschwester. Vor 8 Jahren begann sie mit dieser Arbeit und hat heute vornehmlich „Sternenkinderfamilien“ im Blick. Persönlich bezeichnet sich die leuchtend Rothaarige als eine suchende und gerne lebende Person. „Diese Arbeit ist für mich ein Weg INS Leben.“ „der sie feiner getaktet für die kleineren Dinge des Lebens macht.“

Am Anfang stand im Freundeskreis ein schwerstpflegebedürftiges Kind. Sie wurde angefragt zu helfen, sei spricht über das Für und Wider…- bis sie dann ins beruflich eiskalte Wasser sprang – Ihr Mann Michael trug diese Entscheidung in den unterschiedlichen Facetten mit, wie sie beschreibt. Den Anstoß zum Sternenkinderzentrum bekam sie dann in der Zusammenarbeit mit einer Sternenkind-Fotografin. Hierbei erlebte sie, dass ihre Arbeit für diese betreffenden Familien heilsam war und ist.

Sternenkinder (alias Schmetterlings- oder Regenbogenkinder) sind Kinder, die entweder tot geboren werden oder kurz darauf sterben. Von einer „stillen Geburt“ wird gesprochen, wenn kein Kindsschrei zu hören ist. In aller Regel ist das auch für die betroffene Frau und ihr Umfeld eine emotional extrem belastende Situation.

Schmidtke spricht die Änderung von 2013 im Personenstandsgesetz an. Geborene Kinder ab einem Gewicht von 500g müssen im Personenstandsregister erfasst und auch beerdigt werden – unter 500g – und das war ein Durchbruch: können die Geburten auf Antrag in diesem Register beurkundet und die geborenen Kinder bestattet werden. In der Regel wird diese Bestattung als Sammelbestattung über die entsprechende Klinik in Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge organisiert, alternativ kann hier bereits eine Zusammenarbeit mit dem Sternenkinderzentrum – von denen es in unterschiedlicher Ausprägung inzwischen eine Vielzahl in Deutschland gibt, begonnen werden.

Kritisch sieht Schmidtke die sogenannte „3-Monats-Regel“ – erst dem Umfeld nach Ablauf dieser Frist etwas von der Schwangerschaft zu erzählen. Denn, so die zweifache Mutter, die Frau war schwanger, hat das werdende Kind verloren, kann aber mit niemandem darüber sprechen – zumal es auch im Vorfeld nicht kommuniziert worden ist. Und doch, man kann nicht nicht kommunizieren.

 

© Stefanhund.com – 2018

https://www.stefanhund.com

 

Kontakt:

Helga Schmidtke,

https://www.die-sternenkinderbestatterin.de

(Foto: Privat)


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Über diesen Podcast

Eine Klinik ist ein Ort, an dem Menschen sich kaum freiwillig aufhalten. Viele haben einen geplanten Termin. Andere kommen als Notfall, bisweilen nach Alarmfahrt im Rettungswagen oder gar auf dem Luftweg mit dem Rettungshubschrauber eingeflogen. Dort angekommen, kümmern sich Ärzte und Pflegedienste bestmöglich um sie.

Ein Leiden „bringt“ sie dort hin. Wenn sie aber im Hospital sind, liegen sie, die meiste Zeit auf sich gestellt, in ihrem Krankenzimmer. Je nach Einschränkung oder auch (vermuteter) Diagnose und persönlicher Disposition treiben Schmerzen, die Stille und das Alleingelassensein mit ihnen Spielchen. Den begleitenden Angehörigen geht es bisweilen anders, aber nicht unbedingt besser.

Wer im Krankenhaus liegt, trifft in dieser Zeit den wichtigsten Menschen in seinem Leben: sich selbst. Bei diesem Treffen ist er auf seine „Bordmittel“ angewiesen, auf das was er in diesem Moment bei sich hat. Seine (Glaubens-)Überzeugungen, seine Wahrnehmung der Realität, sein Netzwerk und seine Hoffnungen. Dabei wird manchem auch schmerzlich bewusst, dass ein Klinikaufenthalt auch ein Wendepunkt und im ärgsten Fall auch ein Schlusspunkt im Leben sein kann.

Seit 2015 arbeite ich als evangelischer Pfarrer (in Teilzeit) in der Klinikseelsorge an einer hessischen Großklinik. Bei meinen arbeitstäglichen Patientengesprächen ist mir aufgefallen, dass viele Menschen, und gerade jene, mit denen ich lange und intensive Gespräche geführt habe, Podcasthörer sind.

Als Pfarrer habe ich alle 10 Jahre die Möglichkeit, für drei Monate mich anstatt dem Alltäglichen auf ein besonderes Projekt im Rahmen meiner Tätigkeit zu fokussieren. Das gab mir die Gelegenheit Podcasting von der Pike auf zu lernen und Wirklichkeit werden zu lassen - auch gegen alle Skepsis, die mir entgegen schlug.

Und doch erhielt ich auch Unterstützung durch das Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZSB-EKHN), das Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt und hier besonders durch Kantor Stefan Mann, der die Musik komponierte und einspielte.

Seit Oktober 2017 berichte ich aus der fiktiven „Hessen-Klinik“. Erzähle, verfremdet, von meinen Begegnungen - oder ich lade Interview-Gäste zu Themen ein, die mir in dieser Arbeit begegnen.

Das Thema „Klinikseelsorge“ klingt nicht wirklich sexy. Aber 2.100 Downloads ist ein Wort. Dahinter stehen viele Hörer, denen dieser Podcast weitergeholfen hat. Im Sinne von A. de Saint-Exupery habe ich sie mir vertraut gemacht. So entschied ich, dieses Angebot weiterhin verlässlich jeden zweiten Sonntag weiter anzubieten. Interessanterweise gibt es thematisch viele Berührungspunkte mit meiner freiberuflichen Tätigkeit als Schweige-Coach für Führungskräfte.

Zeitlich und finanziell sponsere ich seit Januar 2018 die jeweiligen Folgen aktuell mit meinem Coaching-Büro https://www.stefanhund.com.

Wenn Sie eine Anregung haben, lassen Sie es mich bitte über podcast-klinikseelsorge()stefanhund.com wissen.

Das Impressum auch zu diesem Podcast finden Sie hier: https://www.stefanhund.com/impressum
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von und mit Stefan Hund

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